Literatur, Prosa, Sachliches und Kritik bei Thomas A. Kristott

Literatur, Schreiben, Schriftsteller, Kultur und Zivilcourage

Unsere Tierseite, Handaufzucht von Kätzchen, Gefahren, legalisierte Massentötung aus Geldgier, Tierheime, Tierärzte und andere Dinge

(Die Hinweise hier ersetzen keinesfalls die fachlichen Auskünfte und Hilfen von Tierärzten Ihres Vertrauens und speziell ausgebildeten Fachkräften, sie sind als wichtige Anregung und Hilfe bei eigenen Bemühungen für Hilfe und zur Rettung der Tiere gedacht. Wenden Sie sich immer unbedingt auch an fachlich versierte  Stellen)

Aus aktuellem, sehr traurigen Anlass – mein kleiner geliebter Hund Georgi ist am 19. Juni 2012, völlig überraschend zehn Tage nach ersten Krankheitssymtomen, verstorben – bitte ich alle Tierfreunde, sofort einen oder mehrere Tierärzte bzw. Kliniken aufzusuchen, sobald sich plötzlich Anzeichen für gesundheitliche Probleme zeigen. Ernsthaft ist es insbesondere, wenn Ihr Tier kaum noch frisst und sich nach Fressversuchen übergibt, wenn Glieder und Muskeln zittern, wenn Schleimhäute und Augen blass werden, wenn statt Lebhaftigkeit Müdigkeit und trauriges Stillsein, Schlappheit vorherrschen. Diese Symptome weisen u. a. – insbesondere, wenn sich das Tier erst einige Zeit jeweils nach dem Fressen übergibt-  auf eine sehr ernst zu nehmende Vergiftung hin!  Die Leber kann bereits Schaden genommen haben. Es besteht höchste Lebengefahr!

Lassen Sie sich nicht dadurch täuschen, wenn am nächsten Tag offensichtlich eine Besserung eintritt – mein Georgi erholte sich zunächst, doch habe ich dann nicht mehr wie vorher auf Erbrochenes und Fressunlust geachtet – die unter diesen Umständen zusätzlich noch lebensbedrohliche Mangelernährung und das in diesem Fall sehr wichtige, ausreichende Wassertrinken einfach unterschätzt.

Extrem und höchst gefährlich, weil oft tödlich, sind Vergiftungen durch Aufnahme von z. B. Pflanzenschutzmitteln, Unkrautvernichtern oder Dünger. Die Tiere knabbern an den behandelten Stengeln und Blättern; es schmeckt ihnen, so war es wahrscheinlich auch bei meinem Georgi, weil Menschen verantwortungslos, vollkommen unnützerweise aus pingeliger Ordnungsliebe und teilweise unwissend mit diesen Giften umgehen.

Achten Sie nach Möglichkeit immer darauf, wo Sie sich mit Ihrem Tier befinden und was Ihr Tier frisst! Denken Sie bei jedem Spaziergang und bei jedem Aufenthalt in fremder Umgebung an solche Gefahren, insbesondere bei Anpflanzungen an Stellen, die nicht grundsätzlich der Öffentlichkeit zugänglich sind, landwirtschaftliche Betriebe, Einkaufsmärkte (unbedingt meiden) etc. 

Selbst auf privatem Gelände, Wohnstätten insbesondere auf dem Lande, auf harmlos sich naturbelassen gebenden Höfen, mit Schafen und Pferden auf Koppeln, ist Ihr Tier nicht unbedingt sicher, lauert die Gefahr an Stellen, die sie nicht einkalkulieren. Informieren Sie sich vor solchen Aufenthalten mit Ihrem Hund (Katze) genau über die Gegebenheiten und Gepflogenheiten dort! Sogar Kleinkinder, die sich besuchsweise an gefährdeten Stellen befinden, sind schon Opfer von versprühten Chemikalien (Unkrautvernichter, Insektizide oder Einsatz von Düngemitteln) geworden.

Informieren Sie sich grundsätzlich rechtzeitig über mögliche Krankheiten Ihres Tieres und entsprechende Symtome. Vertrauen Sie notfalls nicht der Aussage bzw. dem Befund nur eines einzigen Arztes – insbesondere, wenn dieser keine ernsthafte Untersuchung und Befragung an Sie durchgeführt hat. Hören Sie auf Ihren Bauch und vertrauen Sie berechtigten Zweifeln an Kompetenzen und Diagnosen. Eine Narkosespritze etwa wegen einer Ruhigstellung (Blutuntersuchung etc.) kann bereits alles verschlimmern und für das bis dahin noch regsame Tier den Tod bedeuten. Die Narkose ist, insbesondere für ältere, kranke, zarte und schwache Tiere, eine hochinvasive d.h. radikale Behandlung.

Ich habe zu lange gewartet, war nur einmal bei einem Arzt, dem ich vertraute, der aber die durchaus ersten Symtome auf eine mögliche lebensgefährliche Vergiftung (starkes, anhaltendes Zittern eines Hinterbeines und übermäßiges Strecken des Beines ohne ersichtlichen Anlaß) nicht erkannte und auf Arthritis (Georgi war 11,5 Jahre alt) tippte. Ergebnis meines recht frühzeitigen Tierarztbesuches: Ergänzungsfuttertabletten gegen Arthritis. Eine nähere Untersuchung, oder wenigstens genaueren Augenschein nahm er nicht vor. 

Zwei Tage später war meinem Hund sehr elend, doch weil es ihm am nächsten Tag scheinbar besser ging, wartete ich dann zu lange, habe nur beobachtet und mich derweil um andere Dinge gekümmert. Einen weiteren Tierarztbesuch – auch bei einem anderen Arzt – habe ich von Tag zu Tag aufgeschoben. Dann war es zu spät, und alles Grübeln, alle Selbstvorwürfe nützen nichts mehr. Machen Sie es besser, wie ich künftig auch. Priorität vor allem hat in einer solchen Zeit das Tier, das nicht sagen kann:  „Ich leide und habe Angst, geh mit mir doch zum Arzt, ich möchte dich nicht verlieren.“

Wieder ist eine Welt und Vertrauen zu Tierärzten für mich zusammengebrochen. Ich selbst habe an eine tödliche Gefahr aus heiterem Himmel nicht geglaubt, alle Anzeichen und Warnungen ignoriert, und erst Tage nach Georgis Tod dämmerte mir langsam, was ich eigentlich bereits hätte wissen müssen und im Vorfeld – da ich in diesem Fall gewarnt war – hätte verhindern können.

Ohne einen künftigen neuen kleinen Gefährten – Georgi oder Georgina – würde ich es nicht ertragen, und die Erinnerungen wären für immer zu traurig.

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Wir haben diese Seite für unsere Tiere eingerichtet. Es gibt viele Menschen, die aus vollem Herzen ganze Lebensabschnitte und große Teile ihrer nicht selten auch spärlichen Einkünfte allein dafür verwenden, kranken, einsamen, namenlosen und hilfebedürftigen kleinen und großen, alten und jungen tierischen Wesen aller Art das Leben zu erleichtern. Oftmals gelingt es sogar, diese Tiere aus Schmerz und Traurigkeit herauszuholen, ihnen ein leises Glück in dankbarer Lebensfreude zu schenken. ******

Meine kleine Marie

Unbedingt beachten bei der Handaufzucht junger Kätzchen!!

(Eine übersichtliche gekürzte Zusammenfassung der allerwichtigsten Kriterien und Hinweise ist als Merkhilfe im PDF-Format in Vorbereitung. Dieser Artikel ersetzt keinesfalls die fachlichen Auskünfte und Hilfen von Tierärzten Ihres Vertrauens und speziell ausgebildeten Fachkräften, er ist als wichtige Anregung und Hilfe bei eigenen Bemühungen zur Rettung der Katzenkinder gedacht. Wenden Sie sich immer unbedingt auch an diese Stellen)

Aus eigener sehr schmerzlicher Erfahrung (siehe weiter unten auf Seite Geschriebenes zu Paulchen, meinem kleinen Katerbaby) möchte ich in diesem Beitrag insbesondere auf die schwersten Irrtümer, Fehler und Probleme eingehen, denen sich gut meinende aber noch meist unerfahrene Helfer in der Not bei der Rettung und Aufzucht per Hand von Kätzchen ausgesetzt sehen – ohne dass die mitunter für die Welpen lebensgefährlichen Handlungen und Umstände rechtzeitig klar erkannt werden. Prinzipiell gelten einige wichtige Hinweise in anderen Formen auch für erwachsene, verletzte und kranke Tiere. Wenn die Situation, meist unvorhergesehen, eintritt, dass Kätzchen gleich oder auch im Alter von wenigen Tagen oder Wochen ohne Mutter, aus welchen Gründen auch immer, aufgefunden werden, muss schnell aber sehr überlegt gehandelt werden. Ich beschränke mich zunächst auf die lebensgefährlichsten Möglichkeiten und Situationen, die nun eintreten können oder auch schon eingetreten sind. Menschen, die mit derartigen Situationen nicht oder wenig vertraut sind, neigen spätestens dann, wenn sie von fachlicher Seite nicht umgehend Unterstützung bzw. entsprechende Beratung erhalten, zur Panik. Das habe ich bei mir selbst bitterst erfahren, und wenn man seinen Welpen tage – und nächtelang, rund um die Uhr, betreut und dabei das kleine Köpfchen, aus dem das wache Augenpaar dich auf Handlänge anschaut, wenn dies Gesichtchen, das kleine Näschen und Schnäuzchen mit den winzigen Schnurrhaaren und die abgespreizten Ohren – im Verhältnis noch übergroß – sich dir in diesen unvergesslichen und schönsten Tagen und Nächten auf immer eingeprägt haben, wenn dann dieses Tierchen, weil du in deiner glücklichen aber unberechenbaren Müdigkeit mit unfassbarer nur kurzer Unbesonnenheit einen entscheidenden Fehler bei Fütterung oder Pflege des Kleinen begehst, fast lautlos leidend, an diesem eben noch so glücklichen Tag, oder einer ebenso glücklichen, nun schlimmen Nacht, dahingeht, ist es, als bricht dein Herz in tausend Stücke und eine schrecklichere Einsamkeit, eine tiefere Trauer ist nicht möglich.

Da liegt vielleicht ein Hund angefahren auf der nächtlichen Straße, oder eine Katze schreit ununterbrochen in der Nähe in größtem Schmerz, während sie zusammengekauert reglos in einem Gehölz Zuflucht gesucht hat, ihre Schulterblätter fassen sich an, als bestünden sie nur noch aus Splitter. Genau dann ist niemand zur Stelle, sind Anrufe vergeblich, wird man allenfalls mit zwar nützlichen aber in dieser Situation recht nutzlosen Ratschlägen bedacht. Leute und Institutionen, vermeintliche Ansprechpartner in Tierschutzstellen, veterinäre Dienste, einschlägige Webseitenbetreiber, Tierrettung – sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind in brenzligen Situationen, wenn es auf schnelle und sehr gezielte Unterstützung im Einzelfall ankommt, entweder gerade nicht erreichbar, haben keine Kapazitäten oder sind schlichtweg zeitlich überfordert. Wochenenden, Feiertage, Ferienzeit – die hilflosen Tiere suchen sich nicht immer die günstigsten Zeiten aus. Glück in ihrem Unglück hätten die Tiere, wenn ein mobiler Tierretter zu erreichen ist, doch die sind rar. Dann sind gerade Telefon oder einfach die Gebühren für die Gespräche nicht vorhanden, der Nachbar ist nicht erreichbar, ein Fahrzeug fehlt – und alle sich auf diese ersten wichtigen Kontaktversuche beziehenden Maßnahmen gehen ins Leere. Der übliche Notruf bei Polizei oder Feuerwehr kann in den Fällen der letzte Ausweg sein, wenn sofort der Tierarzt erforderlich und ein Telefon erreichbar ist. Nicht jeder, der Tiere in einer nicht direkt erkennbar und unmittelbar lebensbedrohlichen Situation auffindet, will und braucht etwa ein kleines, noch offensichtlich unversehrtes einzelnes Kätzchen in die Anonymität einer Abgabe beim Tierarzt oder des Tierheims zu geben, selbst wenn dies schnell möglich ist. Es ist hinreichend bekannt, dass aufgrund der allgemein in den Tierheimen vorherrschenden Überlastung und Überfüllung sowie mangelndem fachlichen oder sonstigen Personal zunehmend Abgabetiere, auch völlig gesunde und junge, wenn nicht sofort, doch vielleicht etwas später eingeschläfert und entsorgt werden. Die jeweilige Einstellung dazu bei den verschieden Stellen ist nicht erkennbar, oder zumindest nicht gleich.

Wer nun ein oder mehreren Kätzchen zunächst bei sich zu Hause Futter vorsetzt und die Tierchen fressen nicht, für den beginnt wahrscheinlich der panische Kreislauf weiterer Versuche um Rat und Unterstützung, doch über die Aussichten haben wir oben schon etwas geschrieben. Wer berufstätig ist oder auch sonst keine Zeit hat, dem bleibt bald nur der Weg ins nächste Tierheim. Obwohl Menschen überall dicht gedrängt ringsum wohnen, ist selten jemand erpicht darauf, Zeit und vielleicht auch Geld zu investieren oder seinen vorgegebenen Tagesablauf nicht sich selbst, sondern einmal mehr Fundtieren zu widmen. Die zunehmende Tierfeindlichkeit, besonders, wenn es sich um mehrere zu umsorgende Tiere handelt, greift auch hierzulande immer mehr um sich. Golfplätze, Parkanlagen, brachliegende Felder, Privatgrundstücke verfügen insgesamt über riesige Flächen, Häuser bergen Wohnraum in Fülle samt Anbauten, Carports, Rasenflächen, Steinplattenterrassen und Blumenbeeten. Doch kein Platz für notleidende oder alte und kranke Tiere. Viel mehr will ich dieser ersten Einleitung zum „Problem“ Tier nicht ausführen. Tiere (und nicht nur die) werden gemeinhin in solchen Fällen oft lästig, in denen sie den Alltag, die Bequemlichkeit, die eigene Berufstätigkeit und insbesondere den Bauplan der eingefleischten Ordnung und Sauberkeit stören. Die möglichen Kosten spielen ebenfalls eine große Rolle.

So wird Verantwortung abgewälzt und allenfalls, wenn das Gewissen sich meldet, weiterdelegiert. Letztlich wird sehr genau die Kosten-Nutzen-Rechnung gemacht, Nutz – und Rassetiere bringen Geld und Status, die anderen landen im Kochtopf, in der Versuchsanstalt oder müssen anderweitig ihr Scherflein zum Wohlstand beitragen. Allenfalls werden am Ende der Wertskala an sich „nutzlose“ Tiere noch irgendwie verwertet oder man gestattet ihnen, etwa Katzen, ihr Dasein in Scheunen und verrotteten Ställen zu fristen, wo viele Welpen den Winter nicht überleben, auf Straße und Hof überfahren werden, wo sie ohne jede ärztliche Versorgung sind, sich unkontrolliert vermehren. Werden sie lästig oder werden es zu viele, bleibt ihnen das Tierheim, vielleicht auch der Schießprügel der allgegenwärtigen Jagdpächter oder die Euthanasie, und in letzterem machen Tierheime zunehmend keine Ausnahme. Was sind die Hauptfehler in der Handaufzucht und mögliche schmerzliche Todesursache bei den Kleinen?

Der Übersicht halber zählen wir sie hier auf und stellen sie gegenüber:

In den ersten 8 Tagen erhalten die Kleinen von der Mutter mit der Milch die für das weitere Leben grundsätzlich wichtigen Stoffe. Fehlen diese, wird es gefährlich, und dauerhafte Mangelerscheinungen sind die Folge, was oft zum Tod führt. Diejenigen Kleinen, welche erst später von der Mutter getrennt werden, aus welchen Gründen auch immer, haben es leichter, und bei guter Handaufzucht überleben sie in den meisten Fällen nicht nur, sondern entwickeln sich ohne merkliche Schäden für ihr weiteres Leben, einmal abgesehen von möglichen Krankheiten bei Freigängern einschließlich Parasitenbefall.

Damit kommen wir zum Gefährlichsten im Abschnitt.

Es sind viele grundverschiedene Dinge, die allerdings eine Einheit bilden, zu beachten, und unerfahrene menschliche Pflegeeltern sind damit schnell überfordert. Die Kids (insbesondere, wenn sie noch unter drei Wochen alt sind) brauchen nicht nur die Mutterwärme, die, wenn die Kleinen bei ihr eng kuscheln, etwa 36 Grad Celsius, beträgt, sondern praktisch ununterbrochen die Möglichkeit, an den Zitzen ihrer Mutter zu ihrer in dieser Zeit optimalsten und richtigen Nahrung zu kommen.

Die umgebende Temperatur sollte in der ersten Lebenswoche zwischen 30 und 33 Grad Celsius betragen. Im Verlauf der nächsten drei Wochen darf diese Temperatur um jeweils 2 Grad gesenkt werden. Es genügen dann ab der 4. Lebenswoche ca. 24 bis 26 Grad Celsius. Die Temperatur des Fläschcheninhalts muss bei etwa 37 bis 38 Grad Celsius (Richtwert, handwarm) liegen. Beruhigend für die kleinen Mägen und gut für geregelte Verdauung ist die wechselnde Zugabe von leichtem Fencheltee, auch als Teil (bis ca. 50 %) des Wasseranteils in der Milch. Sollte das Pulver klumpen, kann ein kleines, feines Sieb Abhilfe schaffen. Sollte das Pulver klumpen, kann ein kleines, feines Sieb Abhilfe schaffen. Im Notfall, wenn nicht gleich Mutterersatzmilch zur Verfügung steht, falls alle Einkaufsmöglichkeiten einmal ausfallen, kann man auch ein Gemisch aus entsprechend temperiertem Wasser (37 – 38 Grad Celsius) und Glukose (10 % Glukose, 90 % Wasser) (Apotheke, Drogerien) per Fläschchen geben.

Achten Sie unbedingt darauf, dass die rektal gemessene Körpertemperatur insbesondere ganz kleiner Welpen nie unter 35 Grad Celsius beträgt. Dies würde bald sicher zum Tode führen.

Während Mutter zwischenzeitlich zur eigenen Nahrungssuche das Kinderbett nur kurz verlässt und dann nie weit entfernt ist, schlafen die Kätzchen ausgiebig – wenn sie gesund sind, etwa 90 % ihrer Zeit. Darauf ist besonders nach der Fütterung zu achten, auch wenn man die Kleinen gern am liebsten immer direkt bei sich oder in der Hand haben möchte. Auf diesen Rhythmus ist der Mensch nicht eingestellt. Auf vieles ist zu achten. Die Luftfeuchtigkeit in der direkten Umgebung sollte etwa 55 bis 60 % betragen. Alle zwei (ganz kleine Kids) bis drei Stunden brauchen die Kleinen das Fläschchen (die genauen Mengen und die Zubereitung entsprechend dem Alter unbedingt den Angaben der Milchhersteller entnehmen, bei vielleicht unklaren Angaben recherchieren). Auf das so wichtige Fläschchen kommen wir noch einmal zu sprechen, es wird nicht immer gern oder gar nicht – dann wird es sehr schwierig – angenommen. Schnelles, ungeduldiges Füttern ist unbedingt zu vermeiden (Erstickungsgefahr!).

Wer aber kann das auf die Dauer durchhalten – der Wecker darf nie überhört werden, das übliche Leben existiert nicht mehr, die wenigen freien Stunden zwischen den Fütterungsintervallen bleiben letztlich in der Hauptsache nur zum Schlafen. Auf diesen Stunden-Rhythmus ist der Mensch nicht eingestellt Auf die Dauer d. h. über Wochen, bis die Kleinen selbstständig Futter, feste Nahrung, zu sich nehmen, bleibt ein einzelner Mensch auf der Strecke, mit möglicherweise schlimmen Folgen für die Kleinen, aber auch für sein übriges Umfeld. Bekannt sind die Blackouts bei völlig übermüdeten Kraftfahrern, auch Piloten und Menschen in verwandten Berufen verursachen unerklärliche Unglücke, oftmals tödliche Unfälle wegen enormer Schlafdefizite, denen sie bei diesen hektischen und sie oft überfordernden Tätigkeiten ausgesetzt sind. Der mangelnde Schlaf ist es nicht allein, Hektik, Versagensangst, panische Momente in heiklen und gefährlichen Situationen sind ebenfalls Ursache für schwerste Fahrlässigkeit und zerstörende Gedankenlosigkeit. Beides sind Ursachen oben genannter Tragödien. Krankenhäuser und viele Altersheime sind ein passendes Beispiel. Die Arbeit von Pflegern, Krankenschwestern und Ärzten wird im oft Rekordtempo durchgezogen. Schwere Versäumnisse und Fehlbehandlungen sind die Folge.

Übertragen auf die Katzenkids umsorgenden menschlichen Helfer, sind die Probleme und so manche Folgen der mitunter stark reduzierten Konzentration durchaus ähnlich, wenn auch meist naturgemäß zumindest für den Menschen, weniger schwerwiegend. Für die Tiere dagegen manchmal dramatisch. Der eine oder andere Züchter und Pfleger, der von Berufs wegen täglich mit der Aufzucht von Welpen aller Art oder mit genereller Tierpflege zu tun hat, nennt das jämmerliche Zugrundegehen einzelner kleiner oder großer Tiere aufgrund menschlichen Versagens schlicht und lapidar einen „Betriebsunfall“ und versucht, darüber nicht lange zu grübeln oder etwa zu trauern. Durchaus irgendwie verständlich bei der Arbeit mit sehr vielen Tieren, verständlich ja aber eigentlich doch traurig. Anders sieht es aus, wenn einzelne Welpen durch unsachgemäße Behandlung und Fütterungsfehler im familiären und privaten Menschenkreis zugrunde gehen. Meist besteht eine sehr enge emotionale Beziehung zu dem Tier. Wer ein kleines Tierkid, etwa ein Kätzchen, welches so zart und feingliedrig ist und doch auch lebhaft und teilnahmsvoll herumkrabbelt, einmal erfolgreich aufgezogen oder, auch das kommt vor, es zumindest versucht hat und das Tierchen ist unter der Hand weggestorben, der weiß, wovon ich rede. Somit sind Erfahrung, Sorgfalt, Konzentration, viel Liebe zum Tier und natürlich ein ausreichendes Maß an Zeit unbedingt nötig, um schmerzliche Verluste der Kids zu vermeiden. Erfahrung schützt allerdings nur vor groben Fehlern, etwa bei Übermüdung, Routine und allem möglichen Stress, wenn sie genau diese Gefahren ausschaltet. Jeder kann zwar ohne bisherige Erfahrung dank Internet schnell sorgfältig recherchieren und erfragen, was (zugegebenermaßen ist das sehr viel) nötig ist, um Welpen oder verletzte Tiere durchzubringen und aufzupäppeln. Das allein, ohne praktische Erfahrung, reicht jedoch nicht immer. Neben der obligatorischen vorangehenden Entwurmung kümmern wir uns um ausreichende Wärme für das Einzelkätzchen und um Kontrolle der Wärme bei dem Knäuel mehrerer Geschwister, die sich bis zu einem gewissen Grad gegenseitig wärmen, was bei Einzelkätzchen fehlt und deshalb bei ihnen ein besonders wichtiger Faktor ist (etwa eine Wärmflasche, die aber immer wieder wegen möglicher Wärmestauung kontrolliert werden muss) oder Rotlicht bei angemessener äußerster Vorsicht wegen der Verbrennungsgefahr ist unbedingt für Dinge zu sorgen, die wie Kleinigkeiten anmuten können aber langfristig zur Gesundheit, zu Leben oder Tod der Kleinen beitragen. Milchfläschchen, Löffel u. a. müssen wenigsten einmal täglich möglichst nach einer der Mahlzeiten, wenn nicht desinfiziert, so unbedingt wenigstens 5 Minuten ausgekocht werden, um mögliche Keime und Bakterien abzutöten. Nach jeder Fütterung massieren wir den Bauch und die Lenden leicht aber nicht zu zart und die Anal/Afterregion, etwa für fünf Minuten, – die Kleinen heben schon von allein ihre Beinchen, da die Mutter sie ebenfalls auf diese Art massierend dort schleckte. Meist werden daraufhin sehr schnell Kot und Urin abgesetzt, was wir bezweckten, denn Kids können das anfangs noch nicht selbst fertigbringen und steuern. Mit einer Salbe, Vaseline oder noch besser einer dafür speziellen, beim Tierarzt zu beziehenden gleichartigen Substanz, die optimal die von uns massierten zarten Hautstellen vor Entzündungen und Belastungen schützt, werden diese empfindlichen Stellen vorsichtig zuvor bestrichen.

Am Besten merkt man sich als Grundsatz:

Welpen sind zwar klein und zart, sie mögen zerbrechlich wirken mit ihren kleinen, noch ungelenken Körperteilchen, jedoch sind sie auf Wachstum und Entwicklung von der Natur her ausgerichtet und es gilt, alles zu tun und zu unterstützen, was das kleine Wesen aufbaut, stärkt und den sich bildenden Muskeln, Knochen, Gefäßen und Organen gut tut und zu deren Stärkung beiträgt. Dagegen ist alles zu unterlassen, was drückt, zwängt, zieht, überfordert, entzieht schwächt, schmerzt oder im Ruf steht, das Leben der Kleinen zu gefährden. Was ist damit gemeint? Nun, ein Uhrmacher wird wohl kaum mit Hammer und Meißel ein filigranes Uhrwerk bearbeiten, und wer es sich zur Regel macht, mit kleinen, möglichst weichen, nachgiebigen und zarten Materialien und „Instrumenten“, Flaschen und Hilfsmitteln bei der Umsorgung der Kleinen, statt mit harten, größeren, schweren und zu großen Dingen zu hantieren, hat schon viel gewonnen. Der Tierarzt verwendet immer eine kleine Kanüle (Vorsicht, niemals von Laien) bei entsprechenden Behandlungen, und eine feine, dünne Nadel. Falls wir zur Fütterung und sonst mal die Kätzchen etwas fester halten wollen, nehmen wir ein zartes Tuch, statt eines dicken Handtuchs. Wichtig ist eine Präzisionswaage bzw. eine kleine Küchenwaage oder auch – da die Kleinen natürlich selten stillhalten – eine kleine, präzise Hängewaage für das genaue Gewicht, außerdem ein kleines Fläschchen mit zartem, nicht zu dünnen und zu langen Nuckelchen aus Gummi oder Kunststoff.

Diese Nuckel sind mit den Zähnchen leicht zusammenzupressen, sodass die Kleinen den Milchzufluss auch gut selbst regulieren können. Entscheidend ist, dass das Mäulchen von den Kätzchen zusammengepresst, Zunge und die Lippen eingesetzt werden können, sodass das Schlucken wie auch das Saugen nicht zum Problem wird.

Stecken Sie sich doch einmal Ihren Daumen oder noch Größeres zwischen die Zähne und versuchen, ohne daran zu saugen, zu schlucken. Wenn dann noch mit Nachdruck Milch in ihren Mund gepresst wird, und Sie Ihren Kopf nicht wegdrehen oder aus der Gefahrenzone ziehen können, werden Sie schnell selbst zum Problemfall für den Notarzt und können glücklich sein, wenn Sie diese Prozedur überleben.

Gut, wenn also für die Kleinen als Fläschchen mit möglichst nicht zu dünnem und zu langen Nuckel, sowie bei der Zubereitung ein kleines Schälchen oder anderes Behältnis für den Milchbrei oder die Milch benutzt wird statt einer massigen Schale, aus der man die richtige Milchmenge erst ermitteln und auf ein kleineres Maß bringen und umfüllen muss. Das sind die Regeln, doch nur ein Teil aller Regeln insgesamt.

In einschlägigen Berichten, Ratgebern und Anleitungen ist, wenn man genau hinsieht, vielleicht tatsächlich irgendwo beim Thema Milchgabe und Fläschchen zu lesen, dass man keine Spritzen/Kanülen (natürlich ohnehin ohne Nadeln) zur Nahrungszuführung verwenden sollte, da die Gefahr besteht, das damit, etwa beim Verschlucken oder einer zu stark injizierten Menge, diese Milch in die Lunge gelangt und das Kleine ersticken könnte. Oft fehlt an dieser Stelle aber noch der insbesondere für Laien wichtige Hinweis, dass gerade Milch, einmal in die Lunge gelangt, von dieser nicht, wie etwa Wasser, resorbiert d. h. im eingetretenen Notfall viel eher vertragen wird und deshalb die eingedrungene Milch für die Kleinen schon in kleinster Menge meist direkt zur Erstickung führt. Außerdem kann der Druck zu heftig sein, was sich schwer kontrollieren lässt. Ich habe das leider bei meinem Paulchen bereits selbst schmerzlich erfahren müssen.

Deshalb: Finger weg für alle Unerfahrenen von Kanülen (und erst recht Spritzen), auch kleinen, schon gar nicht größeren! Mein großer Irrtum bei Paulchen war, dass ich mich zu sicher glaubte und eine 12-Milliliter-Kanüle zur Milchgabe benutzte. Hätte ich wenigstens einen kleinen Gumminuckel auf die Kanüle gesteckt – wahrscheinlich wäre das Unglück nicht passiert, denn trotz der Gefahr bei der Verwendung einer Kanüle allein schon durch das sachte Hineindrücken der Milch ins Mäulchen hätte das Katerchen an dem zarten Gumminuckel noch Nuckeln und Saugen können. Leider habe ich als unerfahrener Katzenpapa nirgendwo im Internet den genauen Hinweis für diese Gefahr gefunden.

Indessen wird breit und lang ausgeführt, dass die Milch der Firma X die besseren Eigenschaften hat als die Milch der Firma Y, und es kommt vor, dass auch über den Preis diskutiert wird. Andererseits ist es tatsächlich sinnvoll, nicht im „Fachhandel“ das Futter längerfristiger zu kaufen, sondern wirklich besser verträgliches und kräftigendes, allerdings auch kostspieligeres über den Tierarzt beziehen. Es steht auch nicht überall geschrieben, dass unter allen Umständen von Laien – nur als wirklich letzte Alternative – auf eine Spritze (Kanüle ohne Nadel) zur Nahrungseingabe gänzlich verzichtet werden muss.

Es heißt einfach verharmlosend „… verzichtet werden sollte“, und so ausgedrückt, impliziert der Satz: Ist zwar Vorsicht geboten aber doch normal und möglich. Die Entscheidung bleibt im Raume stehen. Dabei kann sie über Tod und Leben der Welpe bestimmen. Die Zufuhr über eine harte Kanüle jeder Art, wie schon beschrieben, ist oft tödlich und die – auf diese Art bequemere und schnellere und manchmal nur allein mögliche – Futterzufuhr absolut nichts für Normalbürger. Dennoch wird sie auch in der Fachliteratur als Möglichkeit zur Futtergabe genannt, oft ohne Hinweis, dass es sich dabei um eine Notfallsituation handelt, die nicht jeder liebe Katzenfreund ohne Kenntnis oder Erfahrung so einfach beherrschen kann.

Ein anderes Thema in diesem Zusammenhang ist die Zubereitung dieser oder jener Milch. Welpen erhalten über den Tag und die folgende Nacht, in Abständen von einigen Stunden verteilt, jeweils einen Teil aus einer ganz bestimmten Gesamttagesmenge. Gemeint sind 24 Stunden, was eigentlich vom Laien erst mal verstanden werden muss, genau wie die Angabe „Einheit“ in Verbindung mit „Teelöffel“ oder „Esslöffel“, – da heißt es dann: „… 1 Einheit Pulver zusammen mit der dreifachen Einheit Wasser, für Welpen bis … 2 Teelöffel Pulver mit der dreifachen Menge Wasser … etc., „5 Milliliter Pulver (1 Esslöffel) mit X-Anteil Wasser und X-Esslöffel“. Wer genau mit der Lupe die oft fast unsichtbaren Buchstaben ergründet, wird manchmal sogar auf die Gewichtsangabe in Gramm stoßen, die er erst nach einigem Grübeln der zuvor genannten Milliliterangabe zuordnen kann. Genaue Hinweise, wie viel Gramm (in Gewicht) so ein kleiner Welpe in welchem Alter grundsätzlich bzw. in Relation zu seinem Körpergewicht nun erhalten sollte, sucht man oft vergeblich, ebenso die Empfehlung, dass die Kätzchen pro Einzelration etwa 10 % ihres Körpergewichts als Richtwert erhalten sollen. Wobei hier etwas weniger mehr ist. Da Welpen in den ersten Wochen täglich mindestens etwa 10 Gramm zunehmen sollten, passt man die Menge dem zunehmenden Körpergewicht ständig an. Die mangelnde Zunahme oder sogar die Abnahme des Körpergewichts der Kleinen, trotz Fütterung, sorgt ebenfalls mitunter mangels Erfahrung und Wissen für Hektik und Panik. Welpen sollten dann Zusätze, bestimmte Pasten etwa in der Nahrung oder der Milch erhalten. Dennoch – nimmt das Kleine über zwei Tage nicht zu oder geht das Körpergewicht sogar zurück, sollte ohne Panik der Tierarztbesuch auf jeden Fall angesagt sein. Das Thema Tierärzte steht hier später noch an, es ist nicht immer ein Schmuselied für diese.

Zurück zu den verschiedenen Futterquellen und den beigefügten oder den Büchsen aufgedruckten Zubereitungsanleitungen etc. Diese lebenswichtige und mitunter lebensrettende Angabe der täglich zu gebenden Futtermenge in Prozent oder auch in Gramm Gewicht fehlt grundsätzlich meist in den ohnehin spärlichen Anleitungsbeschriftungen oder Beipackzetteln.

Erst aus Fachkreisen erfährt man etwas Genaueres über diesen Punkt bei eigenen Recherchen. Wird an einer Stelle im Beipack oder auf der Dose etwas über Art und Menge der Zubereitung einer der kleinen aufgeteilten Portionen aus der gesamten Tagesmenge beschrieben – karg genug – findet man an einer ganz anderen Stelle und unter einer anderen Überschrift noch eine andere Angabe über eine viel größere Mixtur. Erst auf den zweiten Blick liest man, dass es sich hier um die gesamte Tagesmenge handelt, wobei mit „Tagesmenge“ 24 Stunden gemeint sind. Aber auch das erfährt man nur irgendwo zwischen den Zeilen oder dann erst in Fachkreisen. So kann es passieren, dass zusätzlich zur Gefahr, dass das Kleine nicht schlucken kann, viel zu große Mengen bei einer Zwischenration auch durch Zuführung über eine Kanüle (Spritze ohne Nadel) verabreicht werden, dass etwa Tagesrationen im Stress und unter enormer Müdigkeit mit Einzelrationen verwechselt werden, mit tödlichen Folgen für die Katzenbabys.

In meinem eigenen tragischen Fall, als ich den schrecklichen Fehler machte,nach dem Wechsel zu dem nach Angaben von Fachleuten besonders verträglichen KMR-Milchpulver (beim Tierarzt erhältlich), die fertige Milch dem Kleinen mit einer Kanüle zu geben, statt wie bisher weiter mit dem Fläschchen, las ich außerdem erst, als es zu spätwar in der in winziger Schrift auf der Büchse aufgedruckten Zubereitungsanleitung, dass empfohlen wird, die Milch mit einer Saugflasche zu geben. Auch hier wird nur „empfohlen“.  

Nicht dringend angeraten – lediglich „empfohlen“ – und das auch nur, wie gesagt, in einer äußerst winzigen Schrift, wie sie kleiner nicht sein könnte, ohne diesen lebenswichtigen Hinweis besonders herauszustellen oder auf die Gefahr der Erstickung insbesondere bei Verwendung von Kanülen und auch auf den großen entsprechenden Vorteil des Fläschchens hinzuweisen. 

Das hätte meinem Katerchen wahrscheinlich im letzten Moment noch das Leben gerettet. Die künftige Verwendung einer 12 ml – Kanüle hatte ich zu diesem Zeitpunkt der Milchzubereitung in meiner Dummheit schon vorbereitet und es fiel mir nicht ein, darüber nachzudenken.

So aber war der schicksalhafte Ablauf des Ganzen unaufhaltsam, diese hektische Kette von Nachfragen während der Fütterung rund um die Uhr – fünf Tage und fünf Nächte -, alles nützte nichts: Wichtige Dinge wußte ich bereits, aber den wirklich entscheidenden Punkt, das genaue Vorgehen, um auf jeden Fall die beim Milchgeben immer gegenwärtige Erstickungsgefahr zu vermeiden,  beachtete ich nicht mehr. Ich hatte inzwischen, nach 5 Tagen und Nächten fast ununterbrochenem Füttern, nach all den Recherchen über Aufzucht, nur noch wenig Sorgen und Ängste bei der Aufzucht des Kleinen, dachte z. B. auch nicht einmal mehr daran, eine wichtige, fachlich versierte, Person anzurufen, deren Telefonnummer mir inzwischen gemailt wurde.

Die Gefahr der Milchgabe mit einer Kanüle hatte ich völlig verdrängt – ich war mir meiner Kenntnisse inzwischen zu sicher.

Letztlich hätten mich das Lesen eines deutlichen und ausdrücklichen Hinweises in der Milchpulver-Dosenaufschrift oder eine noch rechtzeitig eingegangene Warnung betreffs der Kanülenverwendung bzw. zu starkem Drücken auf das Fläschchen gerade noch rechtzeitig zu Verstand gebracht. Das Nachdenken und die längst fällige Ruhepause wären bei mir schlagartig eingetreten; sofort wäre ich zum sicheren Fläschchen gewechselt und hätte dabei auch wieder Gewicht und Menge der Milch genau beachtet und beobachtet.

Leider kam dieser entscheidende Hinweis einige Stunden zu spät. Ich sah, müde und benommen, vor der letzten, entscheidenden Fütterung nicht mehr meine eingegangenen Emails durch.  Ein zeitgleich aufgekommener psychischer Druck, auf den ich hier nicht weiter eingehen will, kam hinzu.

Heute bin ich mir klar, dass es nicht zu dem schrecklichen Unglück gekommen wäre, wenn die Müdigkeit mich nicht inzwischen derart im Griff gehabt hätte, dass ich nicht mehr klar denken konnte und einfach nur wünschte, die Fütterung zu beschleunigen, um länger schlafen zu können. Dazu kam die erwähnte, gleichzeitige psychische Belastung – ein teuflisches Gemisch, welches viel Unheil anrichten kann.

Das jedesmal langdauernde Fläschchengeben, alle zwei bis drei Stunden, wurde immer anstrengender, und schließlich, von einer Sekunde zur anderen, ohne dass irgendwann noch ein Alarmsignal klingelte, kam mir der Gedanke, dem Kleinen über eine Kanüle die Milch schneller geben zu können. Nicht einmal eine kleine Kanüle mit 6 ml – nein, ich nahm die viel größere mit 12 ml – zwei Drittel seiner Einzelration. Keinen Moment lang dachte ich daran, dass ich, statt der vorher tröpfchenweise vorgenommenen, sehr vorsichtigen Milchgabe aus dem Gumminippel des Fläschchens nun mit der klobigen Kanüle die Milch viel zu schnell und in zu großer Menge auf einmal dem kleinen Mäulchen zumutete, und dass ihm das rechtzeitige Herunterschlucken so und auch wegen dem harten Kanülenende zwischen den Zähnchen gar nicht möglich war.

Das, was ich meinem kleinen Paulchen, dem ich gerade erst seinen Namen gegeben hatte, angetan habe, werde ich mir niemals mehr in meinem Leben verzeihen; und auch die bedrückende Trauer, nach dem ersten riesigen Schmerz, wird niemals mehr ganz vergehen.

Die allerletzte Chance hätte der Kleine, wie schon beschrieben, noch gehabt, wenn ich vor dieser letzten, tragischen Fütterung noch meine eingegangenen Emails gelesen hätte, doch den gerade eingetroffenen, entscheidenden Hinweis darin, las ich erst Tage später, als es zu spät war.

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Im Milchpulver verbirgt sich mitunter – nicht bei allen Herstellern – nach dem Öffnen der Dose ein Maß oder ein Löffel aus Kunststoff, ohne dass in den Gebrauchshinweisen überhaupt irgendwo darauf eingegangen wird. Einen Bezug der Löffel- oder Maßgröße zu einer der unterschiedlichen Mengenangaben in den Hinweisen muss man erst selbst herstellen oder man ist besonders schlau. Dies hat ebenfalls zu gefährlichen Irrtümern geführt, und das wird auch weiter so sein.

Wichtige Regel:

Beim Wechsel vom Milchpulver des einen Herstellers zum anderen gilt, vor der erneuten Gabe mit dem neuen Produkt mit vielleicht auch neuen Fläschchen und anderen neuen Utensilien, auf jeden Fall in Ruhe die neuen Gebrauchshinweise bis zur absoluten Klarheit zu studieren und dabei alles mit den bisher verwendeten Fläschchen, Büchschen etc. zu vergleichen, einzufüllen, abzuwiegen. Ratsam ist sogar, zunächst oder gänzlich die alten Maßbecher oder Fläschchen nicht auszutauschen oder diese nur bei Beschädigung zu erneuern. Niemals darf die Macht der Gewohnheit, die Unsicherheit und Fahrlässigkeit bei allen Veränderungen vergessen werden, insbesondere unter großer Müdigkeit. Am allerbesten und sichersten ist, alle angesammelten, relevanten bisherigen und neuen Aufzeichnungen und Zettel mit wichtigen Vorsichtsmaßnahmen und Hilfsmitteln sowie Futtermengen und Größenangaben und die letztliche Einzelmenge für eine Portion auf einen Nenner zu bringen, deutlich auf ein Blatt zu schreiben und direkt vor sich an der Stelle, wo die Welpen gefüttert werden, zu befestigen – vielleicht auf dem Bildschirm eines Computers in Sitzhöhe.

Sehr anzuraten ist eine durchgehende Tage/Nacht-Buchführung, ein Kätzchentagebuch, worin Fütterung, Milchmenge, Kätzchengewicht und alles Weitere laufend festgehalten wird. Die Menge einer Einzelration beträgt, wie schon gesagt, etwa 10 % des Körpergewichts des Katzenbabys. 250 Gramm Gewicht bedeuten also eine Milchgabe von 25 Gramm per einzelner Futtergabe, besser noch etwas weniger, niemals mehr!

Eine ausreichende Klarheit und Übersicht allgemein und vor und nach der Zubereitung verschiedener, auch größerer Mengen – etwa einer gesamten Tagesdosis – lässt keinen Zweifel offen, man erlangt Sicherheit und kann – sehr zu empfehlen – mit einer kleinen Waage die Flüssigkeit in Flasche oder Becher, je nachdem, wie man füttert, jederzeit, auch während der Fütterung, nachwiegen. Besser noch ist, ohnehin die einzelnen Portiönchen zusätzlich gleich bei der Zubereitung auf die dafür genau zu verabreichende Menge zu reduzieren. Da braucht man nicht unbedingt die verwirrenden und manchmal irreführenden Maßangaben in Milliliter aller möglichen verschiedenen Anleitungen zu studieren, denn ca. 18 Milliliter der fertigen Milchmischung wiegen z. B. ca. 25 Gramm (das sind 10 % des Körpergewichts bei 250 Gramm Kätzchengewicht), die maximal jeweils zu fütternde Einzelmenge innerhalb in 24 Stunden für ein etwa 250 Gramm leichtes Kätzchen. Diese Menge wird in 8 bis 10 Portiönchen in diesen 24 Stunden einzeln alle 2 (in den ersten zwei Lebenswochen) ab der 3. Woche etwa alle drei Stunden gegeben (nachts reichen alle 4 Stunden, ab der 4. Lebenswoche 4 bis 6 Stunden), nicht mehr. Das heftet man sich am besten direkt an die Fütterungsstelle und prägt es sich ein. Es bleibt auch während der Körpergewichtszunahme bei diesen 10 %, welche den Richtwert darstellen und sich im Laufe des Wachstums etwas ändern können. Ausgehend davon (10 % Körpergewicht als Gewichtsmaß der Milch per einzelner Fütterung), passen wir die tatsächliche Menge/Gewicht der Gewichtszunahme also immer laufend an. Die Kätzchen wachsen ja heran, wie wir hoffen, und der Appetit und Bedarf hängt immer proportional mit ihrer Größe zusammen.

Ältere Kätzchen – ab ca. 4 Wochen oder etwas mehr – werden, wenn sie das Vielfache des Gewichts der ersten Wochen zugenommen haben, angefangen haben, selbst feste Nahrung zu sich zu nehmen, wozu man sie mehr und mehr animiert, durch Vorsetzen von Schälchen, Mündchen und Näschen mal liebevoll zart hineinstupsen (Geruch und Geschmack animiert) etc., zuerst mit der bisher verwendeten Milch und später auch fester Nahrung einschließlich Brei und gemixtem Nassfutter. Bei der Gelegenheit sei darauf hingewiesen, dass man von der Idee, Kuhmilch zu geben, unbedingt ablassen sollte. Als erste Maßnahme ist Mutterersatzmilch aus dem Handel problemlos zu beschaffen, dann geht man zur besseren Milch über, zu beziehen über den Tierarzt. Alle unterschiedlichen Angaben und Anleitungen verschiedener Futter/Milch-Hersteller und ein Wechsel der Pflegepersonen sind immer latent gefährlich, und man tut gut daran, für sich und eingeweihten weiteren helfenden Personen nach einem allgemein verständlichen System vorzugehen.

Erfahrene „Katzenmutter-Menschen“ empfehlen insbesondere wegen der Qualität und der eindeutigen Fütterungsangabe per Tabellen, die sich auf alle Phasen des Wachstums und des Kätzchenalters beziehen und problemlos verstanden werden, die Mutterersatzmilch Royal Canin. Ich habe die Anleitungsprobleme der üblichen Handelsware selbst in unangenehmster Erinnerung, und nicht nur die, sondern auch den mangelnden Nährgehalt mit möglicher gleichzeitiger Unverträglichkeit für die Kleinen. Nicht umsonst empfehlen Fachkreise, die handelsüblichen Milchangebote (Milchpulver) zu meiden.

Über den Tierarzt erhält man dagegen die richtige Nahrung sowie weitere wichtige Zusatzstoffe. Tägliches Babywiegen, immer zur gleichen Zeit, und das Ergebnis mit dem Vortag vergleichen ist selbstverständlich. Danach kann man ruhig schlafen für zwei bis drei Stunden oder man konzentriert sich auf das vielleicht auftretende Gewichtsproblem, ohne Hektik und Panik. Bis zum Alter von 4 Wochen sollten Kids täglich gewogen werden, danach wöchentlich, wenn es keine Entwicklungsstörungen gibt.

Tierärzte sind keine Pfleger und Züchter, sie konzentrieren sich auf medizinische Probleme, einige reden zu viel, anderen muss man jedes Wort aus der Nase ziehen. Sie geben keine Ratschläge und irgendwelche Erläuterungen von sich aus. Darin unterscheiden sie sich nicht von bestimmten üblichen Ärzten.

Einige kennen sich mit Katzenaufzucht so wenig aus wie ein Schlosser mit dem Decken eines Hausdachs. Wieder andere sind nur auf Geld aus, und das Tier interessiert sie nicht, oder sie bevorzugen offensichtlich ganz bestimmte. Diese bilden die Riege der schwarzen Schafe unter den Tierärzten. Doch man schmeißt sie nicht raus und zieht sie in der Regel auch nicht, oder meist nicht, bei schweren Fehlern zur Rechenschaft. Wer seinen Hund oder seine Katze vertrauensvoll so einem „Tierarzt“ überlässt, kann nach dem jammervollen Eingehen seines Tieres höchsten zur Selbstjustiz greifen. Auch damit habe ich traurige eigene Erfahrungen gemacht. Hier wie überall gilt, „Trau schau wem“, und „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Gemeinden und Städte, also die öffentliche Hand, zahlen i. d. R. die Kosten, welche Fundtiere verursachen, – diese Tiere sind eine soziale Belastung, und es sind sehr viele, für die Tierheime und Tierärzte in bescheidenem Maße unterstützt werden. Folglich greift man auch schon mal zu drastischen Mitteln wie Euthanasie (Tötung). Kostspielige Operationen angefahrener oder sonst wie kranker Tiere werden sorgfältig abgewägt oder oft gar nicht erst finanziert. Alte, meist nicht mehr vermittelbare, Tiere werden nicht selten lediglich zur „Erlösung“ dem Tierarzt zugeführt. Auch das habe ich selbst mit meinem alten Kater erfahren (siehe unten auf dieser Seite). Der Vertrauensbruch des Tierheims mir gegenüber hat meinen ehrlichen früherenen Glauben an die Fürsorge für Tiere dort fast ausgelöscht. Unwillkürlich fällt mir dazu das Wort „Endlösung“ ein. Daran sollte jeder denken, der sich von einem langjährigen und treuen tierischen Hausgenossen aus den verschiedensten Gründen trennt und ihn im Vertrauen auf einen umsorgten Lebensabend des Tieres dem Tierheim überlässt.

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