Redaktionelles

Anmerkungen zu meinen Schreibvorhaben

Ich war unzufrieden, warum hatte ich es noch nicht gepackt? Manuskripte, die ich in der Zeit meiner Agenturversuche (Vermittlung von Manuskripten) erhielt, taugten meist nicht zur Veröffentlichung, und ich beschloss, die investierte unbezahlte Zeit für eigene Schreiberei zu nutzen. Dann wusste ich es – ich kam drauf, als ich über Karl May las und über die Alten nachdachte, die nur mit der Gänsefeder schrieben oder einer Gänsefeder aus dem Kopf diktierten.

Kein Verlag würde heute die umständliche Sprache eines Miguel Cervantes drucken und verlegen – wenn überhaupt – ohne viele Änderungen und Kürzungen. Ähnlich erginge es anderen Alten. Karl May hat es, wie auch andere große Weltliteraten, vorgemacht: fast ohne Änderung hat er mit seinen Reisebeschreibungen, Winnetou Millionen Leser erreicht. Ich schreibe nun auch nicht mehr für Lektoren und Wortsparer.

Dieser Blog und meine Papierseiten werden sich mit allem füllen, was geschäftstüchtige Gegenwartsverlage verabscheuen. Ich lasse die Literatur und schöngeistige Arbeiten, Romane und Poesie nur noch gelten bis zu der kulturschädigenden Zeit, als die Schreibmaschine von Ratschlagprogrammen, passgerechten Fremdwörtern etc. und selbsternannten Lektoren via Computer verdrängt wurde. Mal sehen, wie das ausgeht.

Jedenfalls macht mir das Schreiben wieder Spaß. Die Seiten überarbeite ich nicht mehr jahrelang ohne Endergebnis, so, dass es nicht weitergeht und die eigenen Texte nicht mehr ursprünglich sind und mich selbst langweilen. Ich nehme in Kauf, dass die Sprache mitunter für unsere heutige Zeit ungehobelt wirkt, die Wörter und Sätze länger werden und der Schnellleser ermüdet. „Satzbau und Ausdruck“ bestimme ich allein wieder.  Ich brauche keinen wichtigtuerischen Deutschlehrer – solche, die es zu allen Zeiten gibt, und die doch nie ein lesenswertes Buch hätten veröffentlichen können.

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