Literatur, Prosa, Sachliches und Kritik bei Thomas A. Kristott

Literatur, Schreiben, Schriftsteller, Kultur und Zivilcourage

Archiv für Oktober, 2009

Schreiben mit Feder und Stift

Was heute geschrieben wird, ist morgen erst interessant. Abgesehen von früheren wenigen Ausnahmen. Da hatten wir aber noch alle Zeit unseres Lebens. Zu Lebzeiten verkannte Dichter, Schriftsteller und Künstler konnten zumindest auf den Nachruhm hoffen. Und heute? Originalität gibt es nicht mehr – dafür sorgt die unermüdliche Überarbeitung einer Kreation per Computer und Software.
Zeit haben wir keine mehr. Jetzt oder nie ist die Losung der Zivilisationen. Zeitgenössische Kunst und Literatur bräuchten aber viel Zeit, zu reifen, zu fließen, sich unsterblich zu machen. Zeit aber ist das, was wir nicht mehr haben, und inzwischen wohl auch nicht mehr brauchen. Zeit ist Geld – doch die Taschen sind leer, sagen die Politiker überall in der Welt; und die müssen es ja wissen, schlau, gebildet und klug wie sie schon immer waren, und ihre eigenen Taschen sind – wie wir Normalbürger alle bedauern – natürlich noch leerer. Red.

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Mickrige Resonanz für Literatur-Nobelpreis an deutsche Schriftstellerin

Herta Müller, geb. 1953, deutsche Literatur-Nobelpreisträgerin 2009
Seit dem 08.Oktober diesen Jahres weiß es jeder Literaturfreund. Jeder?
Ich habe den Eindruck, als wäre gar nicht gerade eben eine deutsche Schriftstellerin mit dieser großen Auszeichnung bedacht worden. Vorsichtshalber zappe ich mich durch die deutschen Literaturportale und stelle fest: Alles scheint wichtiger zu sein, der allgemeine Kram und was man so an Plappereien den Usern zu allen Zeiten hier anbietet; viel wichtiger, dass Hinz und Kunz irgendwo dies oder das anbietet und so weiter. Ein aktueller und interessierter Beitrag aus gegebenem Anlass irgendwo? Fehlanzeige – ich habe in den gängigen deutschen Webseiten, die allgemein Literatur vorführen oder einen besonders  interessierten Fach-Verlag für neue Autoren vorstellen, noch nichts dergleichen gefunden. Doch ich suche mal weiter. Besonders überrascht bin ich ohnehin nicht. Thomas Kristott